Petra Weber-Göbig,  Susanne März und Mark Schneider   beim Ironman in Roth, Frankfurt und am Wörthersee                                                                           => Bilder und Berichte siehe unten

Petra weber-göbig  beim  ironman in roth

Mark schneider beim  Ironman am  WörtHersee

Schneider, Mark

DEU

16

 

208

01:01:00

05:16:54

03:36:32

10:03:26

 

 

Ironman Austria 2018

 

 

Leitspruch: „So schnell wie es mir möglich vom Start zum Ziel kommen, indem Du jeden einzelnen Moment optimierst. Mache das ruhig und kontinuierlich. Bleibe konstant und hart während Du Druck machst. Du hast das schon ein paar Mal hinbekommen. Das ist eine großartige Möglichkeit, es nochmal zu tun und zwar auf neuen, Dir bislang unbekannten Strecken in einem anderen Land.“

 

 

Meine Motivation

 

 

Nach zwei Jahren Pause nach meiner Hawaii-Qualifikation in Zürich 2016 war die Zeit mal wieder reif für eine Herausforderung.

 

 

Ich trainiere ja nun einmal gerne um des Trainierens Willen und um mein allgemeines Wohlbefinden zu erhöhen. Gelegentlich brauche ich aber ein Ziel. So wurde ich im letzten Jahr auf den IM Austria aufmerksam und meldete mich an – gerade rechtzeitig, ist das beliebte Rennen doch ein Jahr im Voraus bereits ausgebucht.

 

 

Die Vorbereitung....

 

 

.... verlief insgesamt solide und ohne nennenswerte gesundheitliche Probleme, wenn auch ohne das Gefühl, brutal gut in Form zu sein.

 

 

Der lange Winter machte es in diesem Jahr nötig, mir ein Beispiel an Lionel Sanders (Kanadier; Vize-Weltmeister 2017) zu nehmen und viel auf der Rolle Rad zu fahren. Erstmals kamen dabei Einheiten von 4:00 Stunden(!) Länge heraus.

 

 

Mitte März habe ich wieder ein Trainingslager daheim veranstaltet. Klar wäre ich gerne nach Mallorca gefahren, aber dies wäre familiär nur schwer darstellbar gewesen, bin ich doch sonst bereits beruflich recht viel unterwegs. Ich habe mir daher frei genommen, morgens die Kinder zur Schule gebracht, anschließend trainiert und war dann zur Mittagszeit meist fertig mit meinen Trainingsaktivitäten und für die Kinder und deren Hausaufgaben da. Auf diese Weise kamen innerhalb von 9 Tagen (eine Woche mit zwei Wochenenden) insgesamt 36 Stunden Training zusammen, also am Tag durchschnittlich 4 Stunden Sport. Im Fokus standen Grundlagen-Einheiten auf dem Rad, meist Mountainbike, im Bereich 3 bis 4 Stunden. Sicher ist es in südlicheren Gefilden einfacher, man muss sich keinen Kopf über das Wetter machen. Aber ich hatte so das Gefühl, alles unter einen Hut zu bekommen. Am Ende ging es mir wie nach einem Trainingslager auf Mallorca - ich war einfach nur froh dass es vorbei war. Andererseits war ich sehr zufrieden damit zu sehen, wie die Form langsam ansteigt. Beflügelt hat mich auch meine Teilnahme am Frankfurter City Halbmarathon im Rahmen des Trainingslagers. Ich bin mit dem MTB hingefahren, bin gelaufen (1:22 Std., 7.Platz in meiner Altersklasse) und bin anschließend auf Umwegen nach Hause gefahren. Auf diese Weise kamen 3 Stunden MTB und 1:30 Laufen (inkl. einlaufen) zustande.

 

 

 

Insgesamt habe ich seit Mitte April etwa 15 Stunden pro Woche trainiert und konnte alle wesentlichen Schlüsseleinheiten machen, wie z.B. eine längere Radtour auf dem Ruhr-Radweg von Dortmund nach Schmallenberg im Sauerland, wo wir einen Urlaub im größeren Familienkreis verbracht haben. Oder mehrmals 100km Tempo mit dem Wettkampfrad. Bei fast allen Einheiten fühlte ich mich gut; entscheidend war, die richtige Mischung zwischen Belastungstagen und Ruhepausen (länger als früher einmal!) einzuhalten.

 

 

 

Im Juni hatte ich seit längerem mal wieder das Gefühl, in ausgeruhtem Zustand ein Leistungsniveau zu haben, dass ich auf dem Rad sitze und ohne saure Beine zu bekommen Druck machen, also im „Flow“ fahren kann. Das fühlt sich immer unglaublich gut an und ich konnte es kaum erwarten, die Form im Wettkampf unter Beweis zu stellen.

 

 

 

Daneben habe ich mit fachkundiger Unterstützung meines Freundes Peter Schneider versucht, mein Material weiter zu optimieren, habe ein neues Rad (gebraucht) gekauft, die Sitzposition verändert, ein Scheibenrad aufgezogen, einen Aero-Helm und ein windabweisendes Oberteil getestet und auch im Rennen eingesetzt. Peter gilt mein besonderer Dank. Mit seinem schier unfassbaren technischen und sportlichen Know-how stand er mir unermüdlich mit Rat und Tat zur Seite, beleuchtete manche von mir angedachte Entscheidung kritisch und stimmte mich auch oft um.

 

 

 

Meine Ziele vor dem Rennen waren daher folgende:

 

 

1.      Das für mich bestmögliche Ergebnis erzielen

 

2.      Wenn die Bedingungen mitspielen,

 

  • 1:00 Std. Schwimmen,
  • 5:05 Std. Radfahren,
  • 3:30 Std. Laufen und

 

3.      Das Ziel in einer Zeit von unter 9:50 Std. erreichen

 

 

 

Mein Rennen

 

 

Leider war das ruhige und warme Wetter vom Vortag etwas gekippt. Wind war aufgekommen, der auch am Morgen des Renntages noch wütete und die eigentlich optimalen Renntemperaturen von 24°C relativierte.

 

 

 

Auftakt zum Schwimmen bildete ein sog. „Rolling Start“, d.h. alle 5 Sekunden rennen 8 Athleten zeitgleich vom Strand ins Wasser, die sich zuvor entsprechend ihrer avisierten Schwimmzeit aufgestellt haben. Im Vergleich zum Massenstart ist das ganze ziemlich entspannend. Ich habe mich eher ambitioniert eingereiht, wurde daher gelegentlich von schnelleren Schwimmern überholt, habe aber auch selbst überholt. Leider fand ich keinen passenden Wasserschatten. Die Schwimmstrecke verläuft in einem langgezogenen Rechteck, wobei es die letzten 800m durch den Lendkanal geht, ein ca. 8m breiter Zufluss in den Wörthersee, dessen beide Seiten von Zuschauermassen gesäumt sind, die die Athleten anfeuern. Phantastische Stimmung, zumal ich noch meine Familie (und diese mich!) auf den letzten Schwimmmetern gesehen habe! Nach genau 1:01 Std. entstieg ich guter Dinge dem Wasser und es ging aufs Rad.

 

 

 

Aufgrund meiner Trainingseindrücke hatte ich Hoffnung auf ungezügelte Kräfte, die in meinen Beinen wüten würden. Und auch aufgrund meines neuen Boliden hoffte ich auf einen zusätzlichen Schub. Der wilde Ritt – 2 Runden à 90km entlang des südlichen Ufers des Wörthersees – weist folgende Struktur auf:

 

 

 

 

War ich am Anfang noch gut unterwegs, so machte mir spätestens in der zweiten Runde der Wind mental zu schaffen. Gerade dort, wo ich auf dem Rückweg nach Klagenfurt auf flacher Strecke so richtig Druck machen wollte ... Hinzu kamen nach etwa 100km Schmerzen im Rücken, die vermehrtes Dehnen und ein Verlassen der Aero-Position nötig machten. So musste ich mentale Techniken anwenden, um mich wieder ins Lot zu bringen. Ich habe mir die Trainingseinheiten ins Gedächtnis gerufen, die gut gelaufen sind, mich auf all die Einheiten konzentriert, in denen ich mich richtig anstrengen musste, um sie zu schaffen. In Gedanken daran wusste ich, was mich an die Startlinie gebracht hat und was mich durch den Zielbogen bringen und warum ich zurückkommen würde.

 

 

Mit den insgesamt angegebenen 1.680 Höhenmetern ist die Radstrecke nicht einfach.

 

Es geht ständig bergauf oder bergab, man kann selten auf flacher Strecke einfach mal Druck machen. Ich denke, ich wäre in Frankfurt sicher 10 Minuten schneller gefahren als die 5:16 Std. (Ø 34,13 km/h), die ich am Ende benötigt habe. Allerdings hatte ich vielleicht auch einfach nicht den ersehnten Monster-Tag auf dem Bike.

 

 

 

Auch wenn ich mir etwas mehr versprochen hatte, ging ich dennoch motiviert auf die Marathon-Strecke (2 Runden-Kurs à 21,1km entlang des Sees und in die Innenstadt von Klagenfurt) und ich freute mich auf die Unterstützung durch Sandra und die Kinder. Die Zeit bis hierher war noch im Rahmen, das Rennen noch lang (und noch lange nicht rum). Nur kam jetzt so richtig schön die Sonne raus und die 24°C fühlten sich ziemlich heiß an.

 

 

 

Immerhin war ich in der Lage, einen kontrollierten Marathon zu laufen. Während der erste Halbmarathon mit 1:45 Std. noch etwas schneller war, ließ ich auf der zweiten Hälfte (1:51 Std.) etwas nach. Klar, ich war körperlich schon etwas platt, konnte aber dennoch einiger-maßen gleichmäßig und locker laufen und so noch einige Konkurrenten einsammeln. Bei etwas weniger Wind hätte ich mir durchaus 3:30 Std. zugetraut, so lag ich mit 3:36 Std. beim Laufen etwas über meiner Zielvorgabe. Am Ende war ich dennoch verdammt happy, nach 10:03 Std. die Ziellinie zu überqueren und von Sandra und den Kindern gebührend empfangen zu werden.

 

 

 

Fazit & Ausblick

 

 

Unter dem Strich ist der Ironman Austria ein herausragendes Rennen. Das Setting in und um der Wörthersee mit Strandbad und Campingplatz direkt neben dem Start, die Organisation und die Stimmung an der Strecke sind herausragend. Persönlich habe ich mich in allen drei Disziplinen auf einem akzeptablen Leistungsniveau bewegt. Das hat mich gefreut. Auch wenn ich in keiner Disziplin so richtig herausrage, so liegt mein persönliches Erfolgsrezept in der Ausgeglichenheit, in allen 3 Disziplinen über ein solides Level zu verfügen. War ich nach dem Schwimmen 33. in meiner Altersklasse, fiel ich im Radfahren auf Platz 39 zurück und arbeitete mich durch den passablen Lauf auf Platz 16 vor (478 Teilnehmer in meiner AK). Dabei hat mich in diesem Jahr besonders gefreut, dass ich es während des Rennens geschafft habe, die positiven Emotionen in den Vordergrund zu rücken und daran zu denken, wie viel zusammen kommen musste, um es an die Startlinie zu schaffen und ein sicheres, schönes und verletzungsfreies Rennen zu haben. Das ist immer ein Grund, dankbar zu sein.

 

 

 

Auch nach dem 12. Ironman-Rennen seit ich 1998 (mit 27 Jahren bin ich erstmals in Roth gestartet) habe ich fest vor, voller Freude an der Bewegung meinem Lieblingshobby weiter die Treue zu halten. Vielleicht nicht in jedem Jahr, aber zumindest in jedem zweiten… 2020 steht auch wieder eine neue Altersklasse an. :-)  Wichtig ist, auch in Zukunft ein Rennen zu finden, dass in die Hessischen Sommerferien fällt, an einem „Ort der kurzen Wege“ stattfindet und an dem die ganze Familie Spaß und Freude hat.

 

susanne märz  beim ironman frankfurt

Nachdem Susanne im Vorfeld der Trainingsvorbereitungen Knieprobleme hatte, hätte sie bis Mitte Mai die Option ihren Startplatz auf 2019 zu verschieben. Aber nach so viel Trainingsaufwand entschied sie sich zum Start. Und am Tag X war das Knie dann beschwerdefrei.

Das Schwimmen und Radfahren lief dann super, aber beim Laufen traten massive Rückenprobleme auf die das Laufen zur Qual machte. Aber Aufgeben ist für eine Eisenfrau keine Option und so finishte Susanne erneut.

Der Lohn für den längsten Tag des Jahres war dann ein Zielfoto mit dem Sieger der Herren Jan Frodeno.

Gerade auf der Laufstrecke haben die Zuschauer und Helfer mit Worten  "Du schaffst das" Susanne motiviert, nicht aufzugeben.                                                                                                

Der Dank für die Anfeuerung und tolle Unterstützung gilt  den Helfern an der Verpflegungsstelle vom  Lauftreff Bruchköbel sowie der Familie und Norbert, der sie auf den letzten Metern bis kurz vor dem Ziel begleitet hat.